Die Auszeichnung einer Person, die wiederholt durch Positionen und Äußerungen im Kontext der Leugnung des Völkermords an den Armeniern in Erscheinung getreten ist, ist ein inakzeptables Signal. Sie relativiert historisches Unrecht, verletzt die Würde der Opfer und ihrer Nachfahren und widerspricht den Grundsätzen einer verantwortungsvollen demokratischen Erinnerungskultur.
Diese Entscheidung steht zudem nicht isoliert. Sie fällt in eine Zeit, in der wir eine zunehmende Normalisierung von Genozidleugnung und Täterverherrlichung beobachten. Erst im März dieses Jahres wurde in Berlin öffentlich Talat Pascha, einer der Hauptverantwortlichen des Völkermords an den Armeniern, verherrlicht. Solche Entwicklungen zeigen deutlich, dass die Leugnung nicht überwunden ist, sondern sich – auch über soziale Medien – in neuen Formen fortsetzt.
Zehn Jahre nach der Resolution des Deutschen Bundestages zur Anerkennung des Völkermords an den Armeniern ist es umso unverständlicher, dass öffentliche Institutionen Personen auszeichnen, die im Zusammenhang mit genozidleugnenden Positionen stehen oder solche Narrative befördern.
Der Zentralrat der Armenier in Deutschland fordert die Stadt Duisburg daher mit Nachdruck auf, diese Entscheidung zurückzunehmen und die Ehrung zu widerrufen. Zugleich erwarten wir eine transparente Aufklärung darüber, wie es zu dieser Auszeichnung kommen konnte.
Eine demokratische Gesellschaft darf bei der Leugnung von Völkermorden und der Verherrlichung ihrer Verantwortlichen nicht neutral bleiben. Erinnerung, Wahrheit und Menschenwürde sind nicht verhandelbar.
Zentralrat der Armenier in Deutschland
