Berg-Karabach: für eine friedliche und demokratische Ausübung des Selbstbestimmungsrechts nach dem Vorbild Montenegros

Auch das armenische Volk von Berg-Karabach, das 1923 unrechtmäßig und gegen seinen Willen unter aserbaidschanische Hoheit gestellt wurde, hat sich im Dezember 1991 in einem Referendum mit großer Mehrheit für die Loslösung von Aserbaidschan ausgesprochen. Dieser Wunsch nach Selbstbestimmung wurde seitens der Regierung in Baku mit einem brutalen Krieg beantwortet, der sich nicht nur gegen die armenische Bevölkerung Berg-Karabachs, sondern auch gegen die in Aserbaidschan lebenden Armenier richtete. Die gewaltsame Politik der ethnischen Homogenisierung Aserbaidschans gipfelte in den blutigen Pogromen von Baku, Sumgait und Gandja: Tausenden von Armeniern wurden getötet, Hunderttausende verließen fluchtartig das Land.

Der Zentralrat der Armenier in Deutschland begrüßt die friedliche Ausübung des Selbstbestimmungsrechts durch die Bevölkerung Montenegros, sowie die Anerkennung dieses Rechts durch Serbien. Insbesondere die Europäische Union, die heute den friedlichen Weg Montenegros in die Unabhängigkeit anerkennt, muss darauf drängen, dass die Regierung in Baku ihre bis heute andauernde Kriegsdrohungen gegenüber Armenien und Berg-Karabach einstellt, die Blockade beendet und das Selbstbestimmungsrecht von Berg-Karabach anerkennt.

Wir appellieren an die demokratische Öffentlichkeit Europas und an die Regierungen der EU Staaten, eine Lösung der Berg-Karabach Frage nach dem Vorbild Montenegros konsequent zu unterstützen, denn Frieden, Stabilität und Wohlstand im südlichen Kaukasus ist ohne eine Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts Berg-Karabachs nicht möglich.

Zentralrat der Armenier in Deutschland e.V. Frankfurt 5. Juni 2006