Ausstellung und Szenische Inszenierung. MARIETTA ARMENA: „AM ANFANG WAR DER GRANATAPFEL“

Marietta Armena, Bremer Künstlerin mit armenischen Wurzeln, das ist „die mit dem Granatapfel“.

Sie zeigt in dieser Ausstellung Gemälde, Skulpturen und Grafiken zum Thema Granatapfel. Dazu entwickelt sie für den Tag der Vernissage eine szenische Inszenierung, in der sie ihre sehr persönliche Annäherung an die Schöpfungsgeschichte interpretiert: „Am Anfang war der Granatapfel“. Mitwirkende: die Schauspielerin Gabriele Möller-Lukasz, Hildegard Esch- Kobs, Grigor Osmanian (Akkordeon).

Zunächst war der Granatapfel für die Künstlerin, die vor fast 20 Jahren nach Deutschland kam, ein Symbol für ihre armenische Heimat. „Wo der Granatapfel ist, da bin ich zu Hause“ – so hat sie sich ein Stück alte Heimat in der neuen Heimat geschaffen. Mehr und mehr aber wurde dieses Stück Obst zum Gegenstand künstlerischer Forschungsarbeiten. Sie seziert es, legt es gleichsam unter das Mikroskop, überträgt jedes Details auf die leeren Seiten ihres Zeichenblocks, immer auf der Suche nach dem spirituellen Geheimnis.

„Anfangs, war ich wütend auf Gott und protestierte gegen seine Strafe“, schildert sie den Beginn ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit ihrem großen Thema. „Wie konnte er nur seine Kinder so grausam verstoßen, bloß weil sie einmal vom Granatapfelbaum genascht hatten. So trat ich als Verteidigerin für die beiden an.“ Sie beginnt, die Bibel neu zu lesen und kommt zu höchst überraschenden Interpretationen. Die Vertreibung aus dem Paradies war, so Marietta Armena, der Beginn der Emanzipation des Menschen.

Die Schöpfungsgeschichte ist seit vielen Jahren eines der zentralen Themen der Künstlerin, dabei findet sie einen sehr eigenwilligen Zugang zu den alttestamentarischen Geschichten. Aber: Wie stelle ich Gott dar? Eine Frage, die im Laufe der Kunstgeschichte immer wieder kontroverse Positionen hervorgebracht hat. Marietta Armena sucht nach einem Weg, Gottes schöpferische Hand so darzustellen, dass sie „sichtbar ist, aber nicht vorhanden“. Ein spannendes Experiment.

Neben Schönheit, Symbolkraft und Geheimnis hat der Granatapfel eine weitere Qualität: er schmeckt. Gäste der Vernissage können sich davon überzeugen, es gibt eine ganze Reihe von kulinarischen Varianten zu verkosten.   Zeit:    Sonntag, 4. Dezember · 16:00 - 19:00 Ort:     Günter-Grass-Stiftung, Stadtwaage, Langenstraße 13, Bremen