Einladung zu einem literarischen Abend in Bochum am 10. September 2013

Sehr geehrte Damen und Herren, die Literarische Gesellschaft Bochum e.V. und der Armenisch-Akademische Verein 1860 e. V. laden Sie herzlich zu der Buchpräsentation-und Lesung des Schriftstellers und Publizisten Dr. Jochen Mangelsen (Bremen) ein. Einführung und Moderation Prof. Dr. Ralph Köhnen (Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft Bochum e.V., Germanistisches Institut der Ruhr-Universität Bochum)

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 10. September in der Stadtbücherei Bochum statt.

Einlass: 19:00 Lesungsbeginn: 19:30

Adresse: Stadtbücherei Bochum Gustav-Heinemann-Platz 2-6 44787 Bochum (Zentrum)

Mit besten Wünschen

Vorstand der Literarischen Gesellschaft Bochum e.V. Vorstand des Armenisch-Akademischen Vereins 1860 e.V.

Presse-Information

Armenien damals und heute Lesung in der Stadtbücherei Bochum

Armenien steht im Mittelpunkt einer Autorenlesung am 10. September um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Bochum. Der Bremer Autor Dr. Jochen Mangelsen verbindet seine Familiensaga “Ophelias lange Reise nach Berlin”, die 70 Jahre armenischer Geschichte umreißt, mit einer aktuellen Pilgerreise durch die heutige Republik am Fuß des Ararat. Veranstalter sind die Literarische Gesellschaft Bochum e.V. und der Armenisch-Akademische Verein 1860 e. V.

“Planet Armenien”, so nennt Mangelsen das Land, dem er sich seit vielen Jahren verbunden fühlt. Er wird an diesem Abend etwas vom Zauber Armeniens vermitteln, zugleich aber auch mahnend daran erinnern, dass der osmanische Völkermord an den Armenien bis heute, fast hundert Jahre danach, von Deutschland noch immer nicht anerkennt ist. Dabei, so Mangelsen, “hätten wir doch aufgrund unserer eigenen Geschichte zu allererst die Verpflichtung, einen solchen Völkermord zu ächten und alles zu tun, der Wahrheit zu dienen.” Der Autor wird die fragile politische Situation im Spannungsfeld von Armenien, Aserbaidschan und Berg-Karabach thematisieren, zugleich aber auch die anrührende Begegnung mit den Menschen und ihren Traditionen schildern – sein Zauberland eben.

VITA JOCHEN MANGELSEN

Jochen Mangelsen ist freier Journalist, lebt und arbeitet in Bremen, war lange Jahre Pressesprecher von Radio Bremen. Seit fünf Jahren Pensionär. Autor zweier Bücher über Armenien – ein historischer Roman, ein Reisefeuilleton. Die Motivation, sich nun schon seit weit über 40 Jahren mit dem Thema Armenien auseinander zu setzen, zieht er vor allem aus der eigenen – deutschen - Geschichte. Der Holocaust, den die Generation seiner Eltern begangen hat, hat ihn zwangsläufig sensibilisiert für den Völkermord an den Armeniern, der gleichsam das Vorbild geliefert hat für die Ermordung der Juden in Europa. Die deutsche Geschichte und der Umgang Deutschlands mit seiner Geschichte legen ihm die Fragen nahe nach dem Umgang der Türkei mit ihrer Geschichte, nach dem Umgang der Türken mit dem osmanischen Völkermord an ihren christlichen Nachbarn. Und nach der Rolle Deutschlands in diesem Drama. Und nach der Verantwortung der Nachgeborenen.

Vielfache Aktivitäten in Folge dieses Engagements: Armenisch-deutscher Freundeskreis zunächst in Hannover, dann in Bremen, Mitarbeit Deutsch- Armenische Gesellschaft, Ko-Redaktion Armenisch-Deutsche Korrespondenz, publizistische Arbeiten, Berater Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) etc.

Jochen Mangelsen Planet Armenien

Gepilgert ist er schon einmal – auf dem Jakobsweg in Spanien. Daraus ist, in Zusammenarbeit mit Koautor Philipp Alexander Schmitt, das Pilgertagebuch „Chorizo, Sirenen und wilde Gänse“ entstanden. Verbindung mit Armenien hat Jochen Mangelsen schon seit den späten 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, abzulesen nicht zuletzt an seinem 2001 erschienenen Roman „Ophelias lange Reise nach Berlin“. Nun also wieder Armenien, Tagebuch einer Pilgerreise und zugleich eine Liebeserklärung an ein höchst kompliziertes Land: „Planet Armenien“. Die Gestaltung und die Illustrationen des Buches hat die Bremer Künstlerin Marietta Armena übernommen.

Jochen Mangelsen Ophelias lange Reise nach Berlin

Dieses Buch von Jochen Mangelsen wäre eine vordergründige Familiensage, würde sie nicht vor dem Hintergrund millionenfacher Ermordung und Vertreibung von Armeniern spielen. Flucht und Völkermord verschlagen zwei junge Armenier in das Berlin der späten 20er Jahre. Alfred und Ophelia begeben sich, zunächst noch jeder für sich, auf eine mühsame Spurensuche nach den eigenen Wurzeln. Die erst nur zögernden, dann immer schneller fließenden Erinnerungen ihrer Mütter rufen in ihnen selbst Bilder aus den frühen Jahren ihrer Kindheit wach. Alfred muss mit ansehen, wie die meisten seiner Vorfahren deportiert und ermordet werden. Ophelia muss ihre Angehörigen auf der gefährlichen Flucht nach Armenien, in den Kaukasus und nach Russland begleiten. Sie sehen die halbe Welt, finden sich eingewoben in 75 Jahre Weltgeschichte, stranden schließlich in einem Land, das sich aufmacht, den Weg in den Nationalsozialismus zu gehen. Mangelsens Buch schildert zugleich das Schicksal vieler armenischer Familien, die in der Diaspora leben und bis heute das Gefühl nicht los werden können, von der Welt vergessen zu sein. Zurzeit leben in Deutschland etwa 60.000-65.000 Armenier. Fakten und Fiktion ist das Prinzip der Erzählung. Vor dem Hintergrund einer stürmischen politischen Entwicklung und ausgehend von dem dürren Gerüst eines tatsächlichen Stammbaums breitet der Autor das denkwürdige Leben seiner beiden Hauptfiguren aus. Er erinnert dabei auch an die Jahre 1915 bis 1919, als – organisiert von der jungtürkischen Regierung - über anderthalb Millionen Armenier einen grausamen Tod fanden.

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