Gedenkveranstaltung an Opfer von Sumgait am 27. 02. 2010 in Berlin

Sumgait-ein Schreckensort: In der aserbaidschanischen Industriestadt Sumgait lebten 1988 etwa 260.000 Menschen, davon ein Zehntel Armenier. Ab dem 27. Februar fielen Totschlägerbanden über ihre armenischen Mitbürger her, von der Stadtverwaltung ausgestattet mit Einwohnerlisten. Ganz gezielt suchten sie sich ihre Opfer, die sie demütigten, folterten, schändeten und schließlich ermordeten.

Letzte Phase der Entarmenisierung:

Das Massaker von Sumgait bildete den Auftakt zur letzten Phase der Entarmenisierung Aserbaidschans. Doch dies war kein Einzelfall. In Zeiten von Staatskrisen war es schon 1905/6 und 1918-20 zu interethnischer Gewalt in Aserbaidschan und Massakern an Armeniern mit Zehntausenden von Opfern gekommen, namentlich in den Städten Baku (1918; bis zu 30.000 Opfer) und Schuschi (1920; bis zu Opfer). Dem Massaker in Sumgait folgten 1988-1990 weitere Armenierpogrome in Kirowabad (Gjandscha), Baku sowie in kleineren

Ortschaften- bis Aserbaidschan -armenierfrei- war.

 

Verbrechen gegen die Menschheit:

Massentötungen  und -vergewaltigungen sowie Zwangsumsiedlungen und Vertreibungen bilden Verbrechen gegen die Menschheit. Aber die politisch Verantwortlichen und Totschläger der Massaker von 1988-1990 gingen in der zerfallenden Sowjetunion weitgehend straffrei aus oder fielen unter das Jugendstrafrecht. Das unabhängige Aserbaidschan rehabilitierte die wenigen Verurteilten. Wir machen heute im Gedenken an die Toten: DAS DARF NIE WIEDER GESCHEHEN!

DAS DARF NIE WIEDER GESCHEHEN!

Gedenken an Opfer von

SUMGAIT

27.-29.02.1988

 

Organisiert vom:

 

- Zentralrat der Armenier in Deutschland e.V.

- Arbeitsgruppe Anerkennung - Gegen Genozid, für Völkerverständigung e.V.

- Armenische Gemeinde zu Berlin e.V.

- Armenische Kirchen- und Kulturgemeinde Berlin e.V.

- III. Jahrtausend ohne Krieg e.V.

 

 

Tagesprogramm:

 

Mahnwache: 15:00-16:00 Uhr

Versammlungsort: Botschaft der Republik Aserbaidschan, Hubertusallee 43,

14193 Berlin-Dahlem,

Busse: 110, M29, X10

 

Seelenmesse: 17:00-17:15 Uhr: Armenisch-Apostolische Seelenmesse

Ort: Evangelische Luisenkirche, Gierkeplatz 2, 10585 Berlin-Charlottenburg

 

Gedenkfeier: ab 17:30 Uhr

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Otto-Suhr-Allee100, BVV-Saal, 10585 Berlin-Charlottenburg 

 

Lesung aus Presseberichten: Krikor Melikyan, Mikayel Minasyan, Stepan Gantralyan

 

Ansprachen: S.E. Armen Martirosyan, Botschafter der Republik Armenien in BRD und Frau Gayane Apinyan, Ständige Vertreterin der Republik Nagorno-Karabakh,Artsakh in BRD

 

Vortrag: Dr. Tessa Hofmann: Von Sumgait bis Baku-Versuch einer menschenrechtlichen Wertung

 

Für weitere Informationen:

 

Azat Ordukhanyan     Tel/Fax: 0234-70 90 925, Mobil: 0175-96 31 556

Mikayel Minasyan:     Tel.: 030-83 033 416, Mobil: 0176-570 77 942

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Vorstand des Zentralrats der Armenier in Deutschland

 

22.02.2010

Frankfurt am Main

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