Karabach-Konflikt:

Präsidenten Armeniens und Aserbaidschans verhandlen in München

Das 6. Treffen der Präsidenten Armeniens und Aserbaidschands, Sersch Sargsjan und Ilcham Alijew, in diesem Jahr wird am heutigen Sonntag in der Residenz des französischen Generalkonsuls in München stattfinden. Die Staatschefs behandeln Wege zur Regelung des Karabach-Konflikts.

Die Präsidenten folgen einer Einladung der drei Kovorsitzenden der Minsker OSZE-Gruppe für die Regelung des Karabach-Konflikts - USA, Frankreich und Russland. Zuletzt trafen sich Sargsjan und Alijew am 8. Oktober im Rahmen des GUS-Gipfels in Chisinau. Damals wurde vereinbart, die Verhandlungen über die Friedensregelung fortzusetzen.

In der jetzigen Etappe besprechen die Präsidenten eine erneuerte Fassung der Madrider Prinzipien.

Beim G8-Gipfel am 10. Juli in Italien war eine gemeinsame Erklärung der Präsidenten der Kovorsitzenderländer der Minsker OSZE-Gruppe angenommen worden. Nach ihrer Meinung soll die Einigung zwischen Baku und Jerewan auf der Grundlage der Prinzipien des Madrider Abkommens von 2007 erreicht werden. Gleichzeitig wurden die Hauptprinzipien der Regelung des Karabach-Problems veröffentlicht. Laut diesen sollen die Territorien um Berg-Karabach unter Aserbaidschans Kontrolle gestellt werden. Der Region soll ein provisorischer Status verliehen werden, der Sicherheits- und Autonomie-Garantien voraussetzt.

Außerdem geht es im Dokument um die Schaffung eines Korridors zwischen Armenien und Berg-Karabach, um die Festlegung der endgültigen Status von Berg-Karabach in Zukunft auf der Grundlage einer Abstimmung, um das Recht der Flüchtlinge auf die Rückkehr und internationale Sicherheitsgarantien, einschließlich einer Friedensoperation.

Im Vorfeld des Treffens in München stellte Aras Asimow, Aserbaidschans Vizeaußenminister und Sonderbeauftragter des Präsidenten für die Regelung des Konflikts, am Donnerstag fest, dass Baku vom bevorstehenden Treffen der Präsidenten eine offene und ausführliche Diskussion über die Regelung des Karabach-Konflikts sowie eine Änderung der Haltung des offiziellen Jerewans erwartet. Widrigenfalls „kann man nicht von Fortschritten beim Verhandlungsprozess sprechen".

Er wiederholte die Position Aserbaidschans im Verhandlungsprozess, laut der das Problem im Rahmen der territorialen Integrität Aserbaidschans geregelt werden soll. Wie Asimow betonte, standen die Befreiung der an Karabach angrenzenden sieben Regionen und die Rückkehr von Aserbaidschanern nach Berg-Karabach schon immer im Vordergrund der prinzipiellen Haltung Aserbaidschans.

Armeniens Außenminister Edward Nalbandjan stellte am Donnerstag im armenischen Parlament fest, dass sich die aserbaidschanische Seite seit rund einem Jahr geweigert hat, Verhandlungen auf der Grundlage des Madrider Dokuments zu führen. Er widerlegte auch die Erklärungen der aserbaidschanischen Seite, laut denen bei den Verhandlungen eine Rückgabe der an Karabach angrenzenden Regionen und die Rückkehr der aserbaidschanischen Flüchtlinge behandelt werden.

Nach seinen Worten geht es bei den Verhandlungen hauptsächlich um den Status von Berg-Karabach.

 

http://de.rian.ru/postsowjetischen/20091122/124073163.html